Was ich noch erleben will, bevor ich den
Löffel abgebe
El Gouna steht zwar nicht ganz oben auf meiner Bucket
List, ist aber einer meiner Träume, der sich leichter
erfüllen lies. So bin ich zusammen mit meiner Frau im Januar
2011 nach El Gouna in Ägypten geflogen um die
künstliche Stadt am Roten Meer zu erkunden.
Entstanden war der Wunsch nach el Gouna zu fliegen durch einige
kontroverse Berichte, die ich gelesen hatte. Die Meinungen reichten von
„absolut toll“ über
„luxuriöses Paradies“ bis zu
„steriler, künstlicher Touristennepp“ und
„Getto am Roten Meer“. Gerade weil es von vielen
Reisenden so kontrovers diskutiert wurde, wollte ich schon seit Jahren
mir mal selbst ein Bild von El Gouna machen.
Ich war schon oft in Ägypten. Durch meine Arbeit und auch
privat bin ich über die Jahre oft in Ägypten gewesen
und habe viele Orte als „Gastarbeiter“ und als
Tourist kennen gelernt. Gerade durch meine Arbeit habe ich Facetten
Ägyptens, ins Besondere der großen Städte
wie Alexandria und Kairo, gesehen, die wohl kaum ein Tourist je zu
Gesicht bekommt. Touristisch hab ich mich natürlich meist
entlang des Nils bewegt. Die klassischen Sehenswürdigkeiten
Karnak, Luxor, Kom Ombo und natürlich die Pyramiden und das
Ägyptische Museum in Kairo waren meine Ziele. Aber auch die
modernen Sehenswürdigkeiten Ägyptens hatte ich mir
auf diesen Reisen angesehen. So z. B. Den Assuanstaudamm und die neue
Bibliothek in Alexandria sowie die touristischen Städte
entlang der Küste des Roten Meeres.
Gebucht
hatte ich die Reise nach El Gouna natürlich
über unsere Reiseführerportal El Gouna. Ich
habe mir bewust eines der kleineren Hotels ausgesucht. Das Ali Pasha.
Es liegt am südlichen Rand der Abu Tig Marina und war im
Internet halbwegs gut bewertet. Ich brauch kein Hotel mit
Animationsprogramm oder besonderen Angeboten, da ich meist unterwegs
bin. Mir reicht es, wenn ich ein sauberes Zimmer hab und eine Dusche.
Dafür war das Ali Pasha optimal geeignet. Eine genauere
Bewertung des Ali Pasha hab ich hier (Ali Pasha) geschrieben.
Die Anreise lief über den Flughafen in Hurghada und ich war
positiv überrascht, wie flott das diesmal ging. Die
Erweiterung des Flughafens beginnt langsam zu wirken und wir waren etwa
40 Minuten nach der Landung schon im Bus. Ein kleiner Minibus mit 8
Sitzen brachte uns und zwei andere Pärchen nach El Gouna. Die
Fahrt dauert etwa 45 Minuten und am Eingang zum Gelände der
Lagunenstadt gibt es eine kleine Sicherheitskontrolle. Der Bus setzt
uns direkt vor dem Ali Pasha ab. Der Reiseleiter begleitet
uns zur Rezeption. Das Einchecken ist in wenigen Minuten erledigt.
Für ein Drei-Sterne-Hotel ungewöhnlich, werden unsere
Koffer zum Zimmer gebracht. Und für Ägypten
ungewöhnlich ist der Boy schneller Weg als ich ein paar
Münzen aus der Tasche kramen kann. Eine kurze Zimmerinspektion
und ein paar Notizen gemacht. Schon treibt's uns raus die Umgebung
erkunden.
Den ersten Abend erkunden wir die Abu Tig Marina. Die Marina besteht
aus zwei Becken. Dem „alten“ Südasin und
dem neueren Nordbasin. Entlang des Südbeckens gibt es weitere
Hotels, das Captains Inn und das Turtles Inn, Bars, Restaurants und
Geschäfte. Während am südlichen Becken der
Abu Tig Marina das Nachtleben nur so brummt, ist es an dem
nördlichen Becken ruhig. Da es weder eine Bars oder
Restaurants noch Einkaufsmöglichkeiten gibt, ist das Nordbasin
deutlich ruhiger. Wir haben den Abend in einem der Restaurants der Abu
Tig Marina ausklingen lassen und uns schon gefreut den Rest von El
Gouna zu erforschen. Über die Restaurants von El Gouna habe
ich hier meine Berichte veröffentlicht: El Gouna Restaurants
In den folgenden Tagen haben wir El Gouna von allen Seiten betrachtet,
alle Hotels Besucht, viele der Restaurants und Bars ausprobiert und
auch die Hintergrundmaschinerie von El Gouna genauer unter die Lupe
genommen. So waren wir zum Beispiel zu Besuch auf der Recyclingfarm
unweit der Lagunenstadt. Dort wird nach Aussage der Betreiber etwa 90%
des Müllaufkommens von El Gouna verarbeitet. Wir haben uns
auch die Fischfarm angesehen. Etwas überrascht, das man mitten
in der Wüste eine Fischfarm betreibt habe ich gelernt, dass
bei der Meerwasserentsalzung neben dem Süßwasser
auch Wasser mit erhöhtem Salzgehalt anfällt. Dieses
besonders salzige Wasser wird in der Fischfarm genutzt um Fische zu
kultivieren. Daneben ist die Fischfarm auch auf dem Weg ein beliebtes
Ausflugsziel für Touristen und Gounies, so nennen sich die
Einwohner el Gounas, zu werden. Wen unsere Eindrücke dazu
interessieren, kann dies genauer unter Recyceling El Gouna nachlesen.
Mein Fazit zu El Gouna
Ich bin froh, das ich eine Reise nach El Gouna auf meiner Bucket List
hatte. Ja, El Gouna ist ein Getto. Aber ein sehr angenehmes.
Natürlich könnte sich El Gouna überall, wo
es warm genug ist, befinden und man hat nicht das Gefühl in
Ägypten zu sein, aber es ist allemal besser als viele der
anderen Orte entlang des Roten Meeres die versuchen sich der Kultur der
Touristen anzupassen. Die Händler sind nicht aufdringlich,
öffentliche Räume sind sauber und die Menschen
überwiegend entspannt und freundlich. Das Konzept El Gouna
geht für mich auf. Luxuriöser Urlaub am Roten Meer
gepaart mit einem tollen Angebot für Taucher, Kitesurfer,
Familien oder nur Erholungssuchende und das zu überschaubaren
Preisen. Wer das originale Ägypten und die antiken
Schätze Ägyptens sehen möchte, hat hier
nichts verloren. Ich denke man kann die klassische
Ägypten-Kombireise, Nilkreuzfahrt mit Besuch der
Sehenswürdigkeiten und ein paar Tage Badeurlaub am Roten Meer,
luxuriös mit einem Aufenthalt in El Gouna kombinieren. Ich
werd' zwar El Gouna von meiner Bucket List streichen, aber sicherlich
bald mal wieder hier her kommen.
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